Rechenzentren und Strombedarf: Was künstliche Intelligenz für die Energieversorgung bedeutet

Rechenzentren verbrauchen rund 1,5% des weltweiten Stroms. Laut Internationaler Energieagentur dürfte sich ihr Bedarf bis 2030 mehr als verdoppeln.

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Veröffentlicht 

Nov 7, 2026

Rechenzentren und Strombedarf: Was künstliche Intelligenz für die Energieversorgung bedeutet

Training und Betrieb von KI-Modellen finden in großen Rechenzentren statt, die viel Strom benötigen. Die Internationale Energieagentur (IEA) hat dazu in ihrem Bericht „Energy and AI“ eine umfassende Analyse vorgelegt.

Ein kleiner Anteil mit großer Wirkung vor Ort

Rechenzentren verbrauchten 2024 laut IEA rund 415 Terawattstunden Strom. Das entsprach etwa 1,5% des weltweiten Stromverbrauchs. Seit 2017 wuchs ihr Verbrauch um rund 12% pro Jahr und damit mehr als viermal so schnell wie der gesamte Stromverbrauch.

Auf die Vereinigten Staaten entfielen 2024 rund 45% des Stromverbrauchs von Rechenzentren, auf China 25% und auf Europa 15%. Ein typisches KI-Rechenzentrum verbraucht laut IEA so viel Strom wie 100.000 Haushalte. Die größten derzeit im Bau befindlichen Anlagen werden das Zwanzigfache benötigen.

Weil die Anlagen räumlich stark konzentriert sind, sind die lokalen Auswirkungen deutlich größer, als der globale Anteil vermuten lässt. In den USA befindet sich laut IEA fast die Hälfte der Rechenzentrumskapazität in fünf regionalen Clustern.

Mehr als eine Verdopplung bis 2030

Die IEA erwartet, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 auf rund 945 Terawattstunden steigt und sich damit mehr als verdoppelt. In ihrem Basisszenario rechnet sie für 2035 mit rund 1.200 Terawattstunden, wobei die Unsicherheit nach 2030 deutlich zunimmt.

Woher der Strom kommen soll

Etwa die Hälfte des zusätzlichen Bedarfs soll laut IEA durch erneuerbare Energien gedeckt werden, unterstützt durch Speicher und das Stromnetz. Erdgas spielt vor allem in den USA eine wichtige Rolle. Auch die Kernenergie trägt bei, etwa in China, Japan und den USA. Die ersten kleinen modularen Reaktoren sollen um 2030 in Betrieb gehen.

Für Energieversorger, Netzbetreiber und Technologieunternehmen wird die Stromversorgung damit zu einer zentralen Standortfrage. Die Investitionen in Rechenzentren haben sich laut IEA seit 2022 nahezu verdoppelt und erreichten 2024 rund eine halbe Billion US-Dollar.

Quellen

IEA, Energy and AI, Executive summary, 2025: iea.org

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