Wenn viele Menschen gleichzeitig dasselbe wollen, entsteht eine Dynamik, die sich mit Einzelentscheidungen nicht mehr erklären lässt.

Gruppen verhalten sich anders als die Summe ihrer Mitglieder. Das gilt für Stadien ebenso wie für Märkte.
Der entscheidende Punkt ist selten der Auslöser, sondern der Moment, in dem genug Beteiligte glauben, dass die anderen ebenfalls mitziehen.
Bis dahin passiert wenig Sichtbares. Danach geht alles sehr schnell, und im Nachhinein wirkt der Verlauf zwangsläufig.
Nicht die Überzeugung des Einzelnen treibt die Bewegung, sondern seine Einschätzung der übrigen.
Modelle, die auf Durchschnitte setzen, verfehlen genau diesen Effekt. Sie beschreiben den ruhigen Zustand gut und den Umschwung gar nicht.
Wer solche Dynamiken beobachtet, achtet deshalb weniger auf Stimmungswerte und mehr darauf, wie schnell sich Positionen ändern.

Steigende Mieten, teure Lebensmittel, höhere Kreditkosten: Immer mehr Haushalte legen jeden Euro zweimal um. Was das für Konsum und Märkte bedeutet.